Volkspark ade - Hallo Sportpark

Das Hamburger Abendblatt hat in seinem Sportteil auf einer vollen Seite die neuen/alten Pläne zur Umgestaltung des Volksparks vorgestellt. Innerhalb von zehn Jahren soll der Volkspark mit öffentlichen und privaten Mitteln umgestaltet werden.

Nach einem anfänglich idyllischen Einstieg ins Thema, kommt noch im ersten Absatz der Oberbaudirektor Jörn Walter erneut zu Wort. Er wird zitiert mit den Worten:

Der Park ist zugepflanzt, er ist ein Wald geworden, der nicht mehr ausreichend genutzt wird.

Erneut: Eine bodenlose Frechheit, so etwas zu behaupten. Der Volkspark wird sehr wohl genutzt. Im Sommer ist er stets gut besucht. Überall läuft, grillt, spielt und lacht es. Doch das ist dem Oberbaudirektor nicht ausreichend. Wahrscheinlich wurde wieder einmal gestern, als es in Hamburg regnete, bitterkalt war und man am liebsten vor dem heimischen Ofen hocken wollte, eine Zählung erhoben. Also zu einem Zeitpunkt, wo es nicht wundert, wenn niemand unterwegs ist…

Und was soll das Argument, der Park sei zum Wald geworden — deswegen müsse er weg!? Gartenbaudirektor Tutenberg hatte sich bei der Anlegung des Parks um 1913 schon etwas gedacht. Der Park sollte bewusst nicht “durchgestylt” sein, vielmehr sollten die natürlichen Gegebenheiten und die darin vorgefundenen Materialien die Gestaltung bestimmen [Quelle]. Der Volkspark ist somit, nach beinahe hundert Jahren endlich dort angekommen, wo er hin sollte: er ist ein natürlicher, waldähnlicher Park. Mitten in Hamburg. Für Herrn Walter ist genau das ein Dorn im Auge: Weg mit dem Urwüchsigen! Her mit dem Kommerz und Ausverkauf.

Liest man sich durch, wie die Pläne zur “Umgestaltung” des Volksparks nun aussehen, sträuben sich einem die Nackenhaare. Ist man fertig mit dem Artikel, kann man einen Schlussstrich ziehen und einmal schauen, was unterm Strich heraus kommt. Ergebnis: Der Volkspark wird zubetoniert. Bäume wurden schon gefällt, nun soll es weiter gehen. Hier eine GoogleMap, die die im Artikel angesprochenen Hallen, Stadien und Parkplätze (einige davon) aufzeigt.

Das “Kinderbewegungszentrum” (s. Karte) in der Nähe der Trabrennbahn soll wohl auf einer sehr großen freien Fläche im Park gebaut werden. Auf einer Fläche, die gerade im Sommer ein Tummelplatz und sozialer Treffpunkt ist. Früher durften hier noch Hunde friedliche miteinander spielen. Doch auch das ist mittlerweile verboten. Da man in Hamburg eh am besten keinen Hund (zu haben) hat, kann die Wiese eh weg. Egal, ob sich dort Leute treffen und schöne Tage verleben.

In Hamburg sagt man Tschüs

Es wird getönt, die “Sport-, Freizeit- und Erholungsangebote des Sportparks sind ein Mix aus kostenfreier, kommerzieller und Vereinsnutzung”. Erholung findet man im Volkspark jetzt, so wie er derzeit ist. Wenn der CDU-Senat seine Bebauungspläne durchbekommt und umsetzt, dann dürfen wir Hamburger uns vom Volkspark verabschieden. Dann gibt es nur noch einen Sportpark. Einen Ole-von-Beust-Gedächtnis-Sportpark…

2 Kommentare für “Volkspark ade - Hallo Sportpark”

  1. Prof. Dr. Dr. Bodenwerk schreibt:

    laut wochenblatt vorstellung der pläne am 18.12.07 - 17.30 uhr
    im rathaus altona - öffentliche vorstellung der pläne.

  2. loewenherz schreibt:

    wenn das der ober - bau - direktor wirklich gesagt haben soll, ist das schlicht unverschämt und unwahr. entweder hat er keine ahnung oder er flankiert schon mal, was der cdu-geführte senat eh vorhat.

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