Werbung von hinten

Was dieser Bericht soll — keiner weiß es. Wahrscheinlich handelt es sich nur um Werbung. Durch die Hintertür. Ein Versuch, ein wenig auf die Tränendrüse zu drücken, um das Volk pro Sporteum, und damit für einen schrittweisen Umbau des Volksparks, zu stimmen.

Das Abendblatt schreibt gut ein dreiviertel Jahr nach seinem ersten “Hurra!”, erneut über das Sportmuseum im Volkspark. Diesmal mit ein wenig mehr Schmalz (Hinweis auf Max Schmeling). Sollen so Investoren gefunden werden? Soll so die Bevölkerung pro Sporteum eingestimmt werden?

Was offensichtlich fehlt, daher wohl der weitere Artikel zu dem Bauvorhaben, ist Geld. Ende Juni waren es noch zwei bis drei Millionen Euro — für den ersten Bauabschnitt. Jetzt sind es drei bis fünf Millionen Euro. Von einem ersten Abschnitt diesmal keine Rede, geschweige denn von dem Gesamtvolumen der Kosten.

Was bleibt — auch in diesem Artikel: der Hinweis darauf, dass das Sporteum ein Prestige- und Leuchtturmprojekt werden soll. Brauchen wir wirklich noch mehr davon? Und dann noch mitten in der Natur?

Der Bericht riecht jedenfalls nach Werbung. Dabei dachte ich, diese müsste besonders gekennzeichnet werden? Gleichzeitig ist der Bericht eine Art “Pistole auf der Brust”. Heißt es doch, der Initiator des Projekts erwarte finanzielle Unterstützung der Stadt. Denn Hamburg schimpfe sich schließlich immer Sportstadt, da müsse die Stadt nun den Geldhahn für dieses Projekt öffnen.

“Sportstadt Hamburg”? Mir war so, als wäre dieser Begriff schon längst begraben. Muss man jedenfalls von ausgehen, wenn selbst die Hamburg Marketing GmbH den Sport von ihrer Werbeagenda genommen hat …

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